Was bedeutet Just-in-time?

Definition:
Just-in-time bedeutet das zu produzieren, was der Kunde will, in der Menge, die er will, zum Zeitpunkt, zu dem er es will. Eingesetzt wird nur die absolut erforderliche Menge an Material, Ausstattung, Arbeitskräfte und Fläche.

Beschreibung:
JIT ist im Kern zunächst ein Informations- und Materialflusskonzept aus sich selbst steuernden, miteinander verbundenen Regelkreisen (Flusslayout, Ziehprinzip). Es zielt auf möglichst einfache und effiziente Prozesse, verbrauchsgesteuerte Produktion, ein Minimum an Beständen und kurze Durchlaufzeiten.
Das schlanke System, das sich ergibt, enth√§lt keinen Schlupf (z.B. Sicherheitsbest√§nde, √ľbertriebene Ausstattung, √ľberz√§hliges Personal usw.) wie ein traditioneller Prozess. Es weist zugleich die notwendige Flexibilit√§t und Entwicklungsf√§higkeit zur Anpassung an kurz- und langfristige √Ąnderungen auf.
Produktentwicklung (z.B. design to assembly, Baukastenprinzip, sp√§te Generierung von Varianten) und Produktionsplanung (grunds√§tzliche Ausgestaltung der Fertigungsprozesse incl. Innovationsschritte) sind die Grundlage f√ľr den Erfolg von JIT. Im Betrieb erfolgen durch den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung die Stabilisierung des Systems bzw. weitere Verbesserungen.

Warum setzt Daimler Just-in-time um?
JIT ist das wesentlichste und grundlegendste Subsystem im √ľbergreifenden Produktionssystem. Es unterst√ľtzt direkt die Ziele des Produktionssystems, und zwar, das Produkt mit h√∂chster Qualit√§t zu den niedrigsten Kosten mit der geringsten Durchlaufzeit durch die Beseitigung von ¬ĽVerschwendung¬ę zu liefern.

Wie betreibt man Just-in-time?

Zusammenhang der Produktionsprinzipien

Das Subsystem JIT besteht aus vier Produktionsprinzipien:

Produktionsgl√§ttung – Produktionsvolumen und Varianten werden gegl√§ttet, um einen ausgeglichenen Produktionsfluss sicherzustellen und um ein ¬ĽPull-Produktionssystem¬ę und einen effizienten Materialfluss zu erm√∂glichen.

Pull-Produktion – Jeder Produktionsprozess fertigt oder montiert auf Nachfrage des n√§chsten Prozesses. Die Materialbewegung wird durch ein Signal des Abnehmers gesteuert. Dies erfordert zugleich die z√ľgige Stabilisierung aller Prozesse, z.B. durch konsequente Behebung von St√∂rungen.

Flie√üfertigung – Der Produktionsprozess ist so organisiert, dass er kontinuierlich in einer konstanten Rate von Beginn bis zum fertigen Produkt flie√üt. Der optimale Fluss ist St√ľck nach St√ľck. Dort wo Losfertigung notwendig ist, soll das Los so klein wie m√∂glich sein.

Taktfertigung (entspr. Kundennachfrage) – Montagezahlen und Liniengeschwindigkeiten basieren auf Kundennachfrage. Jeder Prozess ist so gestaltet, dass die Zykluszeit mit der Taktzeit korrespondiert.

Anforderungen und Voraussetzungen

JIT setzt im weitesten Sinne die notwendigen technischen, organisatorischen und sozialen Gestaltungskomponenten zum effizienten Betrieb eines solchen Fertigungssystems voraus. Dies sind z.B.:

  • Gruppenlayout und Mehrproduktfertigung sowie flexibel einsetzbares und entsprechend breit ausgebildetes Fertigungspersonal in der mechanischen Fertigung
  • Techniken zur Reduzierung von R√ľstzeiten zur Fertigung kleiner Lose
  • Gl√§ttung der Nachfrage √ľber alle Fertigungsstationen
  • Management der Qualit√§t von Produkten und Prozessen zur Erreichung von Prozesssicherheit
  • Visuelle Informations- und Steuerungssysteme
  • Sicherung einer hohen Anlagenverf√ľgbarkeit durch ¬Ľganzheitliche Anlagenbetreuung¬ę (TPM)
  • Standardisierung
  • konsequente Beseitigung von Hindernissen

Entscheidend ist, ob es gelingt, sicher zu stellen, dass das in der Regel vorhandene Wissen √ľber Probleme auch in eine √Ąnderung der Abl√§ufe m√ľndet. Dies setzt ein Klima der Kritikf√§higkeit bzw. der Lern- und Risikobereitschaft bei der Formulierung und Umsetzung neuer Ideen voraus. Ein klares Bekenntnis der F√ľhrungskr√§fte und ein ‚ÄěLeben‚Äú dieser Kultur sind hierzu Voraussetzungen.

JIT lässt sich nur dann erfolgreich umsetzen, wenn die angrenzenden Bereiche entlang der Prozesskette in analoger und abgestimmter Weise die Subsysteme des Produktionssystems umsetzen.

Verbindungen zu anderen Subsystemen

Anforderungsgerechte Qualifikation, Flexibilit√§t und Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter erm√∂glichen die f√ľr JIT erforderliche flexible und fehlerfreie Fertigung. Jeder Mitarbeiter hat die Verpflichtung, nur fehlerfreie Teile in den nachfolgenden Prozess weiterzuleiten.

Die Anforderungen der Produktion m√ľssen stabilisiert und standardisiert sein, bevor Just-in-time wirksam genutzt werden kann.

Fehlerfreie Produktion, stabile Prozesse, schnelle Fehlerbehebung und die Verpflichtung der Mitarbeiter, nur fehlerfreie Teile in den nachfolgenden Prozess weiterzuleiten, sind die Grundvoraussetzung f√ľr erfolgreiches JIT.

JIT beeinflusst und wird beeinflusst vom Subsystem Kontinuierliche Verbesserung. Die Einf√ľhrung von JIT legt Prozessschw√§chen offen, st√∂√üt Verbesserungsaktivit√§ten an und beseitigt ¬ĽVerschwendung¬ę in all ihren
Formen (d.h. Reduzierung der 7 Verschwendungsarten, speziell √úberproduktion).

Just-in-time ist wie…

Oft wird die Analogie eines Sees benutzt, um ein traditionelles System (d.h. ¬ĽF√ľr alle F√§lle -System¬ę) mit einem Just-in-time – System (d.h. ¬ĽZur-rechten-Zeit – System¬ę) zu vergleichen.

Mercedes-Benz Produktionssystem
DaimlerChrysler AG
Daimler AG

Schreibe einen Kommentar



All fields are required. Your email address will not be published.